Sommerekzem beim Pferd: Ursachen, Symptome & die besten Maßnahmen

Sommerekzem beim Pferd: Ursachen, Symptome & die besten Maßnahmen

Mähne kahl gescheuert, Schweifrübe blutig gerieben, dein Pferd findet keine Ruhe? Das Sommerekzem ist ein Albtraum für Pferd und Halter. Wir zeigen dir, was hinter der Allergie steckt, wie du sie erkennst und mit welchen Maßnahmen du deinem Pferd schnelle Linderung verschaffst.

Sommerekzem beim Pferd: Ursachen, Symptome & die besten Maßnahmen

Auf einen Blick: Mähne kahl gescheuert, Schweifrübe blutig gerieben, dein Pferd findet keine Ruhe? Das Sommerekzem ist ein Albtraum für Pferd und Halter. Wir zeigen dir, was hinter der Allergie steckt, wie du sie erkennst und mit welchen Maßnahmen – von der Ekzemerdecke über spezielle Hautpflege bis zur Fütterung – du deinem Pferd schnelle Linderung verschaffst.

Es ist ein Bild, das jeden Pferdebesitzer schmerzt: Das eigene Pferd reibt sich an Bäumen, Zäunen und Boxenwänden, scheuert sich Mähne und Schweif kahl, manchmal bis aufs Blut. Sobald der Frühling kommt, beginnt für viele Pferde und ihre Halter ein Kampf gegen das Sommerekzem – eine der häufigsten und qualvollsten Hauterkrankungen beim Pferd. Die gute Nachricht: Mit dem richtigen Wissen und den passenden Maßnahmen kannst du deinem Pferd entscheidend helfen.

Was ist ein Sommerekzem?

Das Sommerekzem ist eine allergische Hauterkrankung, die jährlich wiederkehrt und vor allem in den warmen Monaten (etwa März bis Oktober) auftritt. Auslöser ist nicht – wie viele denken – das Wetter selbst, sondern eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf den Speichel bestimmter stechender Insekten, allen voran:

  • Kriebelmücken (Simuliidae) – die Hauptverursacher
  • Gnitzen (Culicoides-Arten)
  • Stechmücken und Bremsen – können die Symptome verstärken

Wenn die weiblichen Mücken zustechen, übertragen sie mit ihrem Speichel bestimmte Eiweiße. Beim sensibilisierten Pferd reagiert das Immunsystem darauf mit einer übersteigerten Immunantwort: Es schüttet Histamin und andere Entzündungsstoffe aus, die zu starkem Juckreiz, Hautrötungen und Schwellungen führen.

Übrigens: Das Sommerekzem wird in der Fachsprache auch als „Sweet Itch", „Summer Itch" oder „Insektenüberempfindlichkeit" bezeichnet.

Welche Pferde sind besonders betroffen?

Theoretisch kann jedes Pferd ein Sommerekzem entwickeln, aber einige Rassen und Pferdetypen sind deutlich anfälliger:

  • Islandpferde – besonders Importtiere, da es auf Island keine Kriebelmücken gibt und sie genetisch nicht angepasst sind
  • Friesen, Tinker, Norweger und andere nordische Robustrassen
  • Andalusier, Lusitanos, Berber und andere südliche Rassen ohne Anpassung an unsere Insekten
  • Ponys und gemischte Rassen mit empfindlicher Haut
  • Pferde mit bereits geschwächtem Immunsystem oder Stoffwechselerkrankungen

Auch eine genetische Veranlagung spielt eine Rolle: Sind Eltern oder Großeltern Ekzemer, erhöht sich das Risiko deutlich.

Symptome: So erkennst du ein Sommerekzem

Das Sommerekzem verläuft in Stufen. Je früher du eingreifst, desto besser stehen die Chancen, einen schweren Verlauf zu verhindern.

Frühe Anzeichen

  • Pferd schubbert sich häufiger an Bäumen, Zäunen, Boxenwänden
  • Kleine Pusteln und Quaddeln, oft kaum sichtbar unterm Fell
  • Mähne und Schweifrübe wirken zerzaust oder ausgedünnt
  • Pferd ist unruhig, gereizt oder wirkt nervös

Fortgeschrittene Symptome

  • Deutlich kahle Stellen an Mähnenkamm, Widerrist und Schweifrübe
  • Verdickte, faltige oder schuppige Haut
  • Nässende, blutige Wunden durch ständiges Scheuern
  • Krustenbildung und Sekundärinfektionen mit Bakterien oder Pilzen
  • Übler Geruch der betroffenen Stellen
  • Verhaltensänderungen: Rückzug, Fressunlust, Stress

Typische betroffene Stellen

Körperregion Häufigkeit Besonderheit
Mähnenkamm sehr häufig Hauptbereich, oft komplett kahl
Schweifrübe sehr häufig „Rattenschwanz"-Bild
Bauchnaht häufig Kriebelmücken bevorzugen Bauch
Widerrist und Kruppe häufig Sekundär durch Scheuern
Ohren und Kopf manchmal bei starkem Verlauf
Beine seltener bei sehr empfindlichen Pferden

Wichtig: Bei Verdacht auf Sommerekzem solltest du immer einen Tierarzt konsultieren. Andere Ursachen wie Hautpilz, Milben oder Haarlinge können ähnliche Symptome verursachen und müssen ausgeschlossen werden.

Die 4 Säulen der Sommerekzem-Behandlung

Es gibt kein Patentrezept gegen das Sommerekzem – aber einen erprobten Ansatz, der auf vier Säulen basiert. Je konsequenter du sie kombinierst, desto besser geht es deinem Pferd.

Säule 1: Insekten fernhalten

Der wichtigste Schritt: Die auslösenden Insekten dürfen erst gar nicht ans Pferd.

  • Ekzemerdecke mit feinmaschigem Gewebe und Halsteil
  • Fliegenmaske mit Ohren- und Nasenschutz
  • Insektenschutzmittel wie Fliegensprays und Gele
  • Fliegenfallen auf der Weide reduzieren das Aufkommen
  • Stallhygiene: regelmäßiges Misten, kein Mist in Stallnähe
  • Weide-Standort: Mücken meiden Wind und sonnige Mittagshitze – Weiden in der Nähe von stehenden Gewässern oder Wäldern meiden
  • Weidezeiten anpassen: Kriebelmücken sind in der Dämmerung am aktivsten – Weidegang besser am Mittag

Säule 2: Haut pflegen und Juckreiz lindern

Die strapazierte Haut braucht intensive Pflege, um sich zu regenerieren und gegen Sekundärinfektionen geschützt zu sein.

  • Tägliche Pflege der betroffenen Stellen mit speziellen Lotionen
  • Sanftes Waschen mit pH-neutralem Pferdeshampoo (alle 1-2 Wochen)
  • Kühlende Gele bei akutem Juckreiz
  • Pflegende Öle bei trockener, schuppiger Haut

Säule 3: Fütterung optimieren

Eine bedarfsgerechte Fütterung stärkt das Immunsystem und kann die Symptome deutlich lindern:

  • Zink unterstützt die Hautregeneration
  • Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Leinöl) wirken entzündungshemmend
  • Bierhefe und Mariendistel entlasten die Leber
  • Schwarzkümmelöl kann immunmodulierend wirken (nur saisonal füttern)
  • Wenig Zucker und Stärke – getreidearme Fütterung entlastet den Stoffwechsel

Säule 4: Stress reduzieren

Stress verschlimmert die Symptome erheblich. Sorge für:

  • Eine ruhige, stabile Herdenkonstellation
  • Ausreichend Bewegung (in geschützten Zeiten)
  • Festen Tagesablauf
  • Schutz vor weiteren Stressoren wie Hitze oder Lärm

Die richtige Ekzemerdecke: Worauf du achten solltest

Eine Ekzemerdecke ist der wichtigste mechanische Schutz gegen die Auslöser des Sommerekzems. Sie unterscheidet sich von einer normalen Fliegendecke durch:

  • Engmaschigeres Gewebe, das selbst Kriebelmücken keine Chance lässt
  • Halsteil bis über die Ohren oder mit separater Maske kombinierbar
  • Bauchlatz, der den empfindlichen Bauchbereich abdeckt
  • Schweiflatz zum Schutz der Schweifrübe
  • Schnelltrocknendes, atmungsaktives Material

Tipp: Achte unbedingt auf die richtige Größe. Eine zu kleine Decke scheuert und verschlimmert das Problem, eine zu große rutscht und bietet keinen vollständigen Schutz.

Unsere Top-Empfehlungen aus dem kavalio Shop

Kentucky Horsewear Ekzemerdecke mit Halsteil – die Premium-Lösung in elegantem Grau mit extralangem Halsteil bis über die Ohren. Schnelltrocknend, schweißabsorbierend und antibakteriell. Maschinenwaschbar bei 30 °C.

Bucas Ekzemerdecke Sweet Itch – die Kult-Decke der irischen Marke Bucas im auffälligen Zebra-Design. Engmaschig, robust, mit Klettverschlüssen am Halsteil – ideal auch für schreckhafte Pferde.

BUSSE Ekzemerdecke Strong – die strapazierfähige Variante aus schnelltrocknendem, UV-beständigem und atmungsaktivem Polyestermaterial. Speziell für Pferde mit Sommerekzem entwickelt.

Waldhausen Ekzemerdecke Basic – die preiswerte Allrounder-Decke mit fixiertem Halsteil und Schweiflatz. Feinmaschiges Gewebe, atmungsaktives Polyester, einfach zu pflegen.

Tipp für Mähnenpfleger: Wenn du die Mähne deines Pferdes zusätzlich vor Scheuerneigung schützen möchtest, ist das BUSSE Ekzemer Halsteil Extensive eine clevere Ergänzung – auch ideal für Show- und Turniervorbereitung.

Hautpflege beim Sommerekzem: Was wirklich hilft

Die geschundene Haut deines Pferdes braucht tägliche Zuwendung. Wichtig: Nicht alle Produkte sind für Ekzemerhaut geeignet – starke Reizstoffe oder austrocknende Inhaltsstoffe können den Zustand verschlimmern.

Pflege-Routine für Ekzemerpferde

  1. Morgens: Ekzemerdecke kontrollieren, Hautstellen prüfen, ggf. Lotion auftragen
  2. Vor Weidegang: Insektenschutz-Spray oder -Gel auftragen
  3. Abends: Decke abnehmen, Haut auf neue Reizstellen prüfen, pflegende Lotion auf trockene oder gerötete Stellen
  4. Wöchentlich: Sanftes Waschen mit mildem Pferdeshampoo

Unsere Top-Empfehlungen aus dem kavalio Shop

whinny X bay Ekzemlotion „Juckt mich nicht" – unsere Eigenmarken-Lotion, speziell entwickelt für die empfindliche Haut von Ekzemerpferden. Mit beruhigenden ätherischen Ölen, lindert Juckreiz und pflegt strapazierte Hautpartien. 500 ml.

whinny X bay Sprühshampoo „An die Wäsche" Coconut Paradise – die schonende Wäsche für gestresste Haut. Reinigt gründlich, ohne den natürlichen Schutzfilm zu zerstören. Mit angenehmem Kokosduft.

Stiefel Eczem Protect – die bewährte Speziallotion für Pferde mit Sommerekzem. Schützt die Haut und hilft bei der Regeneration.

Leovet Pflegelotion Teebaum – dringt tief ein, beruhigt und regeneriert gereizte Haut. Mindert Juckreiz und Scheuerneigung, regt das Haarwachstum an. Mineralöl- und mikroplastikfrei.

ZEDAN Schubber-Gel – die schnelle Hilfe bei akutem Juckreiz. Das natürliche Gel beruhigt sofort und unterbricht den Scheuer-Kreislauf.

Blue Hors Aloe Vera Gel – zu 98 % reiner ökologischer Aloe-Vera-Saft. Wirkt sofort beruhigend bei Juckreiz, Insektenstichen und Sommerekzem, schließt beschädigte Hautoberflächen.

Insektenschutz: Die zweite Verteidigungslinie

Decke und Maske sind der mechanische Schutz, Insektenschutz-Sprays und -Gele die zweite Verteidigungslinie. Sie sollten auf alle freien Hautstellen aufgetragen werden – besonders an Bauch, Beinen und Kopf.

whinny X bay Fliegenspray „Mach die Fliege" – das Insektenschutzspray mit angenehmem Kräuterduft und Saltidin. Schützt sofort und zuverlässig vor Insekten und Fliegen. 500 ml.

whinny X bay Insektenschutz Gel „Mach die Fliege" – mit 8 % Saltidin und 0,3 % CIT. Das Gel haftet besonders gut an Bremsen-Hotspots wie Bauch, Beinen und Hals.

Kentucky Horsewear Fliegenmaske Skin friendly mit Ohren – die Premium-Maske für empfindliche Haut. Mit Kunstschaffell an Stirn und Nase, atmungsaktiv und mit 100 % UV-Schutz.

Fliegenfallen für die Weide – reduzieren das Aufkommen von Mücken, Fliegen und Bremsen rund um die Weide deutlich. Eine Bremsenfalle wie die KERBL TaonX Eco ist ein hilfreicher Zusatzschutz.

Bewährte Hausmittel beim Sommerekzem

Viele Pferdebesitzer schwören auf einfache Hausmittel als Ergänzung zur professionellen Pflege:

  • Kokosöl auf Bauch und Brust – die Mücken finden auf der fettigen Oberfläche keinen Halt
  • Apfelessig-Wasser-Gemisch (1:5) als Spray – der Geruch hält Mücken fern
  • Schwarzkümmelöl in der Fütterung – bekannt für seine immunmodulierende Wirkung
  • Brennnesseltee über das Futter – wirkt entzündungshemmend
  • Aloe-Vera-Gel auf gereizte Stellen – beruhigt sofort

Hinweis: Sprich Hausmittel immer mit deinem Tierarzt ab. Was bei einem Pferd hilft, kann bei einem anderen wirkungslos sein – oder sogar schaden.

Sommerekzem vorbeugen: 7 Tipps für die kommende Saison

Wenn dein Pferd schon einmal an Sommerekzem erkrankt war, ist es im nächsten Jahr besonders wichtig, frühzeitig vorzubeugen. So gehst du am besten vor:

  1. Frühzeitig handeln: Sobald die ersten Mücken auftauchen (oft schon im März), Ekzemerdecke einsetzen
  2. Richtige Haltung: Offenstall mit windigem Standort meidet Mückenflug
  3. Weidemanagement: Weiden in Wassernähe oder am Waldrand meiden
  4. Tageszeit beachten: In der Mücken-Hochsaison Weidegang am Mittag (Mücken sind dämmerungsaktiv)
  5. Fütterung anpassen: Schon im Frühjahr mit unterstützenden Ergänzungsfuttern starten
  6. Stallhygiene: Misthaufen weit entfernt, Stehgewässer entfernen, regelmäßig misten
  7. Immunsystem stärken: Bewegung, ausgewogene Fütterung, wenig Stress

FAQ: Die häufigsten Fragen zum Sommerekzem beim Pferd

Was ist der Auslöser für ein Sommerekzem?

Das Sommerekzem ist eine allergische Reaktion auf den Speichel von Kriebelmücken und Gnitzen. Beim sensibilisierten Pferd reagiert das Immunsystem mit einer übersteigerten Histamin-Ausschüttung, die zu starkem Juckreiz und Hautentzündungen führt.

Wann beginnt die Sommerekzem-Saison?

Meist ab März bis Oktober, je nach Witterung. In milden Wintern können die ersten Mücken schon im Februar auftreten. Sobald die Temperaturen über 10 °C steigen und die ersten Insekten fliegen, kann es losgehen.

Welche Pferderasse bekommt am häufigsten Sommerekzem?

Besonders gefährdet sind Islandpferde, Friesen, Tinker und andere nordische Robustrassen sowie südliche Rassen wie Andalusier und Lusitanos. Bei Importpferden ist das Risiko noch höher, da sie genetisch nicht an mitteleuropäische Insekten angepasst sind.

Hilft eine Ekzemerdecke wirklich?

Ja. Eine engmaschige Ekzemerdecke mit Halsteil ist der wichtigste Schutz gegen das Sommerekzem. Sie verhindert, dass die Kriebelmücken überhaupt ans Pferd kommen, und unterbricht damit den Auslöser der Allergie.

Ist Sommerekzem heilbar?

Leider nein – das Sommerekzem ist eine chronische Allergie, die nicht ursächlich geheilt werden kann. Mit konsequenter Behandlung, Schutz vor Insekten und der richtigen Pflege lassen sich die Symptome aber oft so weit lindern, dass das Pferd weitgehend beschwerdefrei durch den Sommer kommt.

Was kann ich tun, wenn mein Pferd sich blutig scheuert?

Sofort den Tierarzt rufen. Offene Wunden müssen versorgt werden, um Sekundärinfektionen zu verhindern. Bis der Tierarzt da ist: Pferd vor weiteren Insektenstichen schützen, betroffene Stellen vorsichtig reinigen und die Decke wechseln, falls sie verschmutzt ist.

Kann Cortison helfen?

Cortison kann bei akuten, schweren Schüben den Juckreiz schnell stoppen, ist aber keine Dauerlösung. Die Entscheidung trifft immer der Tierarzt – Cortison hat erhebliche Nebenwirkungen, gerade bei langfristigem Einsatz.

Hilft Schwarzkümmelöl bei Sommerekzem?

Schwarzkümmelöl wird oft eingesetzt, weil es immunmodulierend wirken kann. Wichtig: Nur saisonal (März bis Oktober) füttern, da sich sonst ein Gewöhnungseffekt einstellen kann. Sprich die Dosierung mit deinem Tierarzt oder Futterberater ab.

Fazit: Sommerekzem braucht Geduld – und ein gutes Konzept

Ein Sommerekzem ist nichts, was sich „mal eben" lösen lässt. Aber: Mit einem ganzheitlichen Konzept aus Ekzemerdecke, intensiver Hautpflege, Insektenschutz und angepasster Fütterung kannst du deinem Pferd entscheidend helfen. Beobachte dein Pferd genau, reagiere bei den ersten Anzeichen, und arbeite eng mit deinem Tierarzt zusammen.

Du brauchst noch die passende Ekzemerdecke, eine pflegende Lotion oder einen wirksamen Insektenschutz? Im kavalio Onlineshop findest du alles, was dein Ekzemerpferd für eine entspannte Saison braucht – von Premium-Marken wie Kentucky Horsewear, Bucas und BUSSE bis zu unserer eigenen Pflegelinie whinny X bay.