Fellwechsel beim Pferd: Ursachen, Dauer & die besten Tipps zur Unterstützung
Auf einen Blick: Stumpfes Fell, Müdigkeit, Haare überall – der Fellwechsel beim Pferd ist eine echte Hochleistungsphase für deinen Vierbeiner. Wir zeigen dir, was im Pferdekörper passiert, welche Nährstoffe jetzt entscheidend sind und wie du Fütterung, Pflege und Management optimal aufeinander abstimmst – damit dein Pferd glänzend durch die Übergangszeit kommt.
Der Frühling kündigt sich an, und plötzlich findest du überall Pferdehaare: in der Sattelkammer, auf der Reitbekleidung, sogar in der Tasse Kaffee. Willkommen in der Zeit des Fellwechsels – eine zweimal jährlich auftretende Phase, die für dein Pferd einen enormen Kraftakt bedeutet. Mit dem richtigen Wissen und gezielter Unterstützung kannst du deinem Vierbeiner diese Zeit deutlich erleichtern. Wir zeigen dir, wie.
Was passiert beim Fellwechsel im Pferdekörper?
Der Fellwechsel ist weit mehr als nur "ein bisschen Haaren". Es handelt sich um einen hochaktiven Umbauprozess des gesamten Organismus, bei dem sich der Pferdekörper auf neue klimatische Bedingungen einstellt:
- Im Frühjahr wird das dichte, lange Winterfell gegen ein leichtes, kurzes Sommerfell ausgetauscht.
- Im Herbst geschieht der umgekehrte Prozess: Die schützende Unterwolle wird wieder aufgebaut.
Während des Fellwechsels läuft der Stoffwechsel auf Hochtouren. Der Körper muss neues Haar bilden, altes Fell abstoßen und gleichzeitig Energie für Bewegung, Verdauung und Immunsystem bereitstellen. Kein Wunder, dass viele Pferde in dieser Zeit müde, reizbar oder weniger leistungsbereit wirken.
Wann beginnt der Fellwechsel beim Pferd?
Eine weit verbreitete Annahme: Die Temperatur löst den Fellwechsel aus. Falsch! Der entscheidende Faktor ist das Tageslicht.
In der Zirbeldrüse des Pferdes – einer kleinen Hormondrüse im Gehirn – wird das Hormon Melatonin produziert. Dieses reguliert nicht nur den Schlaf-Wach-Rhythmus, sondern auch den Fellwechsel. Sobald die Tage kürzer oder länger werden, sendet die Zirbeldrüse das Signal an den Körper.
Der Frühjahrsfellwechsel
Bereits kurz nach der Wintersonnenwende (Ende Dezember) beginnt der Pferdekörper innerlich mit der Umstellung. Ab Januar/Februar sieht man die ersten sichtbaren Anzeichen: Das Fell wird struppiger, einzelne Haare lockern sich, Schuppen können auftreten. Bei zunehmend wärmeren Temperaturen verliert das Pferd dann das Winterfell oft "auf einen Schlag".
Der Herbstfellwechsel
Schon kurz nach der Sommersonnenwende (Ende Juni) beginnt der Körper mit der Bildung des Winterfells. Sichtbar wird der Wechsel meist im September/Oktober.
Wichtig: Die Temperatur kann den Prozess verzögern. Ein Kälteeinbruch im Frühjahr lässt das Winterfell länger erhalten – ein milder Herbst verzögert den Aufbau der Unterwolle. Beides ist ein natürlicher Schutzmechanismus.
Wie lange dauert der Fellwechsel?
Der Fellwechsel ist keine kurze Episode, sondern erstreckt sich über 6 bis 8 Wochen. Bei manchen Pferden – besonders Senioren oder gesundheitlich vorbelasteten Tieren – kann er auch deutlich länger dauern. Da das Deckhaar eine Lebensdauer von rund drei Monaten hat, verlieren Pferde übrigens das ganze Jahr über Haare. Aber im Frühjahr und Herbst geschieht das eben deutlich konzentrierter.
Typische Anzeichen, dass dein Pferd den Fellwechsel spürt
Nicht jedes Pferd kommt problemlos durch den Fellwechsel. Diese Symptome solltest du im Blick behalten:
| Symptom | Mögliche Ursache | Was du tun kannst |
|---|---|---|
| Müdigkeit, Trainingsunlust | Hoher Energiebedarf | Trainingspause oder leichteres Training |
| Stumpfes, glanzloses Fell | Nährstoffmangel | Fütterung anpassen |
| Schuppige Haut, Juckreiz | Hautstoffwechsel überfordert | Pflege und Hautunterstützung intensivieren |
| Gewichtsverlust | Nährstoff- und Energiedefizit | Energie- und Eiweißzufuhr erhöhen |
| Anfälligkeit für Infekte | Geschwächtes Immunsystem | Immunsystem stärken, Stress reduzieren |
| Schlechte Laune, Reizbarkeit | Allgemeine Belastung | Geduld und gezielte Unterstützung |
Die 3 Säulen einer optimalen Fellwechsel-Unterstützung
Um deinem Pferd den Fellwechsel so leicht wie möglich zu machen, brauchst du ein durchdachtes Konzept aus Fütterung, Pflege und Management.
Säule 1: Bedarfsgerechte Fütterung
Da Haare zu rund 90 % aus Eiweiß (Keratin) bestehen, steht die Proteinversorgung im Mittelpunkt. Aber auch andere Nährstoffe sind essentiell.
Säule 2: Intensive Pflege
Tägliches Bürsten und Striegeln entfernt nicht nur lose Haare, sondern fördert auch die Durchblutung der Haut – das Sommerfell wächst schneller und gesünder nach.
Säule 3: Cleveres Management
Stress, Überforderung im Training, Wurmkuren oder Impfungen mitten im Fellwechsel sind kontraproduktiv. Plane diese Maßnahmen außerhalb der Hochphase.
Die wichtigsten Nährstoffe im Fellwechsel
Damit dein Pferd den Fellwechsel ohne Mangelerscheinungen durchläuft, brauchst du eine bedarfsgerechte Versorgung mit folgenden Nährstoffen:
Eiweiß und essentielle Aminosäuren
Haare bestehen größtenteils aus Keratin – einem Protein. Besonders wichtig sind die essentiellen Aminosäuren Methionin, Lysin und Cystein. Wenn das Heu schwankende Proteinwerte aufweist, kannst du mit Luzerne, Leinsamen, Hanfsamen oder Sojaschrot ergänzen.
Zink, Kupfer, Mangan und Selen
- Zink ist Hauptbestandteil von Keratin und entscheidend für gesundes Haarwachstum
- Kupfer sorgt für Fellfarbe und -struktur (Kupfermangel = blasses, fahles Fell)
- Mangan unterstützt die Elastizität von Haut und Haar
- Selen stärkt das Immunsystem und schützt die Zellen vor oxidativem Stress
Vitamine
- Biotin (Vitamin H) fördert Zellgesundheit und Haarneubildung
- Vitamin E schützt die haarbildenden Zellen
- Vitamin A unterstützt die Hautgesundheit
- Vitamin B12 ist essentiell für das Haarwachstum
Omega-3-Fettsäuren
Sie machen das Fell geschmeidig und glänzend. Hochwertige Quellen sind Leinöl, Hanföl und Schwarzkümmelöl.
Bitterstoffe für die Leber
Da der Fellwechsel die Leber stark beansprucht, ist eine Unterstützung mit Mariendistel, Löwenzahn oder Artischocke sinnvoll.
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Ergänzend sinnvoll: Diese NURA Liquids unterstützen den Fellwechsel zusätzlich
Da der Fellwechsel ein ganzheitlicher Stoffwechselprozess ist, profitieren viele Pferde von einer Kombination:
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Optimale Fellpflege während des Fellwechsels
Neben der Fütterung ist die tägliche Fellpflege der wichtigste Hebel, um den Fellwechsel zu unterstützen. Regelmäßiges Bürsten:
- Entfernt lose Haare und Schuppen
- Regt die Durchblutung der Haut an – das neue Fell wächst schneller nach
- Wirkt wie eine Massage und löst Verspannungen
- Hilft, Milben und Pilze durch saubere Haut fernzuhalten
- Stärkt die Bindung zwischen dir und deinem Pferd
Fellpflege von außen: Sprays & Lotionen
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Das schaumige Sprühshampoo reinigt gründlich, ohne den natürlichen Schutzfilm der Haut zu zerstören. Mit angenehmem Kokosduft – ideal für die erste Frühlingsdusche, wenn das Wetter es zulässt. Geeignet für alle Fellfarben.
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Eine vielseitige Kühl- und Pflegepaste mit Arnika und Kamille – ideal für strapazierte Hautpartien, gestresste Beine oder als wohltuende Anwendung nach dem Training.
Pflege-Tipp: Im Fellwechsel verlieren Pferde besonders viel Schweiß und Hautschuppen. Wasche die Putzbürsten und Striegel deshalb regelmäßig – und reinige auch Sattelpads, Schabracken und Decken gründlich, damit Milben und Pilze keine Chance haben.
Die richtigen Bürsten für den Fellwechsel
Nicht jede Bürste eignet sich für den Fellwechsel. Diese drei Tools sollten in keiner Putzkiste fehlen:
1. Gummi-Striegel
Der Klassiker für den Fellwechsel. Löst lose Haare und massiert die Haut. Besonders empfehlenswert: der Animalon CareFlex Gummi-Striegel mit ergonomischem Design.
2. Magic Brush oder Fellwechselbürste
Spezielle Fellwechselbürsten wie die Haas FURminator Fellwechselbürste entfernen besonders effektiv die lose Unterwolle.
3. Weiche Kardätsche
Zum Abschluss bringt eine weiche Kardätsche wie die Grooming Deluxe Body Brush Middle Soft das Fell zum Glänzen und verteilt natürliche Hautfette gleichmäßig.
Senioren im Fellwechsel: Worauf du besonders achten solltest
Für ältere Pferde ist der Fellwechsel oft besonders anstrengend. Ihr Stoffwechsel arbeitet langsamer, das Immunsystem ist nicht mehr so leistungsfähig, und sie verlieren leichter an Gewicht. Diese Punkte solltest du beachten:
- Mehr Eiweiß: Hochwertige Eiweißquellen wie Luzerne oder Leinsamen
- Mehr Energie: Bei Bedarf zusätzliches Öl (Lein- oder Hanföl) oder Heucobs
- Mash 2-3x pro Woche: Liefert Eiweiß, ist leicht verdaulich und enthält oft Leinsamen
- Gezielte Supplements: NURA Haarmonie ergänzt gezielt Haut- und Fellnährstoffe
- Leberunterstützung: Mariendistel oder Bitterkräuter über die Fellwechselzeit
- Geduld beim Training: Senioren brauchen länger, um sich zu erholen
Fellwechsel-Tipps fürs Management
Damit dein Pferd den Fellwechsel gut übersteht, solltest du auch das Drumherum anpassen:
- Wurmkuren und Impfungen verschieben – beides belastet den Stoffwechsel zusätzlich
- Trainingsintensität reduzieren – kein Hochleistungssport mitten im Fellwechsel
- Stress vermeiden – möglichst keine Stallwechsel oder Turniere
- Decken klug einsetzen – nicht zu warm, sonst verzögert sich der Fellwechsel
- Auf Hautprobleme achten – Milben, Pilze und Sommerekzem werden in dieser Phase begünstigt
- Regelmäßig Wasser kontrollieren – ausreichend Flüssigkeit ist essentiell für den Stoffwechsel
- Bewegung an der frischen Luft – Sonnenlicht und Bewegung fördern den natürlichen Hormonhaushalt
FAQ: Die häufigsten Fragen zum Fellwechsel beim Pferd
Wann beginnt der Fellwechsel beim Pferd?
Bereits kurz nach der Wintersonnenwende (Ende Dezember) beginnt der Pferdekörper innerlich mit der Umstellung. Sichtbar wird der Frühjahrsfellwechsel meist ab Januar/Februar. Im Herbst beginnt die Umstellung schon nach der Sommersonnenwende (Ende Juni), sichtbar im September/Oktober.
Wie lange dauert der Fellwechsel beim Pferd?
In der Regel 6 bis 8 Wochen. Bei Senioren, kranken oder gestressten Pferden kann der Fellwechsel auch bis zu 12 Wochen dauern.
Was füttere ich meinem Pferd im Fellwechsel?
Eine bedarfsgerechte Versorgung mit Eiweiß (z. B. Luzerne, Leinsamen), Zink, Kupfer, Selen, Biotin, Vitamin E und Omega-3-Fettsäuren ist entscheidend. Ein flüssiges Spezial-Supplement wie NURA Haarmonie liefert alle wichtigen Nährstoffe in hoher Bioverfügbarkeit.
Welche Bürste eignet sich am besten für den Fellwechsel?
Eine Kombination aus Gummi-Striegel, Fellwechselbürste (z. B. FURminator) und weicher Kardätsche ist optimal. Der Gummi-Striegel löst, die Spezialbürste entfernt die Unterwolle, die Kardätsche bringt Glanz.
Mein Pferd ist im Fellwechsel müde – ist das normal?
Ja. Der Fellwechsel ist eine Hochleistungsphase für den Stoffwechsel. Müdigkeit, Trainingsunlust und gedämpfte Stimmung sind normal. Reduziere die Trainingsintensität und unterstütze deinen Vierbeiner mit angepasster Fütterung.
Soll ich mein Pferd im Fellwechsel scheren?
In den meisten Fällen nein. Eine Schur ist nur sinnvoll, wenn dein Pferd intensiv trainiert wird und stark schwitzt, sodass das Winterfell nicht trocknet. Sprich das mit deinem Stallbetreiber oder Trainer ab.
Können Wurmkuren und Impfungen im Fellwechsel gemacht werden?
Besser nicht. Beide belasten den ohnehin beanspruchten Stoffwechsel zusätzlich. Plane diese Maßnahmen in den "stillen" Zeiten außerhalb des Fellwechsels.
Mein Senior verliert im Fellwechsel an Gewicht – was tun?
Erhöhe die Energiezufuhr durch zusätzliches Öl, Heucobs oder Mash. Achte auf hochwertige Eiweißquellen wie Luzerne. Eine Tierarzt-Kontrolle ist sinnvoll, um andere Ursachen wie Zahnprobleme auszuschließen.
Hilft Bierhefe beim Fellwechsel?
Ja. Bierhefe enthält Vitamin B und E und fördert die Aufnahme von Mineralien im Darm. Sie ist eine günstige und natürliche Ergänzung – allerdings nicht so gezielt wie ein Spezial-Supplement wie NURA Haarmonie.
Kann ich den Fellwechsel beschleunigen?
Begrenzt. Du kannst den Prozess durch gute Fütterung, intensives Bürsten und Bewegung an der frischen Luft unterstützen, aber die Tageslichtlänge ist der entscheidende Faktor – und die kannst du nicht beeinflussen.
Fazit: Mit der richtigen Unterstützung glänzend durch den Fellwechsel
Der Fellwechsel ist eine natürliche, aber anstrengende Phase im Pferdejahr. Mit einem klaren Konzept aus bedarfsgerechter Fütterung, intensiver Pflege und cleverem Management kannst du deinem Pferd diese Zeit erheblich erleichtern. Achte besonders auf eine gezielte Versorgung mit Eiweiß, Zink, Kupfer und Omega-3-Fettsäuren – und nimm dir Zeit für das tägliche Bürsten. Dein Pferd wird es dir mit einem glänzenden Sommerfell und neuer Energie danken.
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